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Daimler-Beschäftigte bekommen weniger Geld

Auf Grund der Umweltprämie geht es der Autobranche im Moment trotz Wirtschaftskrise noch relativ gut. Jedoch profitieren nicht alle Autobauer von dem staatlichen Finanzzuschuss [1].

Denn in knappen Zeiten sind vor allem Kleinwägen gefragt. Diese sind nämlich zu einem besonders günstigen Preis zu haben. Mittel- und Luxusklassewägen bleiben hingegen in finanzschwachen Zeiten eher Ladenhüter. So bleibt z.B. Daimler auf vielen unverkauften Autos sitzen. Die Verkäufe von Autos und Lastwagen sind dort um 34 Prozent eingebrochen.

Nach Auskunft des Bundesamtes für Wirtschaft Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden statt dessen vor allem VW-Marken wie Volkswagen, Seat und Skoda verkauft. Auf diese Marken entfallen ca. 27 Prozent aller Abwrack-Anträge. Den zweitgrößten Anteil erzielt mit ca. 10 Prozent Opel.

Die Luxuswagen-Hersteller BMW und Daimler profitieren hingegen kaum von der Abwrackprämie. So entfielen lediglich ca. 2 Prozent der Anträge auf Daimler, unter anderem mit den Konzernmarken Mercedes-Benz und smart, sowie nur 1 Prozent auf BMW.

Die Prämie kann somit den Umsatzrückgang bei Daimler nicht mildern; eine dramatische Absatzkrise besteht [2].

Um Gegenzusteuern wird es deshalb ab Mai bei 60.000 Daimler-Beschäftigten die Arbeitszeit um 8,75 Prozent ohne Lohnausgleich verkürzt werden. Außerdem soll die ursprünglich für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung auf Oktober verschoben werden. Wenigstens schließen sich auch Vorstände und leitende Führungskräfte dem Gehaltsverzicht an: Der Vorstand verzichtet umgerechnet auf zwei Monatsgehälter, leitende Führungskräfte büßen ein volles Monatsgehalt ein. Eine Erfolgsbeteiligung wird es ebenfalls nicht geben.

Mit diesen schmerzhaften Einbußen hat der Gesamtbetriebsrat jedoch erreicht, dass bis 30.06.2010 keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen.

Daimler will mit diesen Maßnahmen versuchen den Umsatzrückgang auszugleichen.

Thomas