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Na sowas: Über Sex spricht sich’s lockerer als über Geld

Wenn es um’s Gehalt geht, werden alle plötzlich ganz leise: Denn über Geld spricht man nicht, zumindest nicht in Deutschland. Im Kollegenkreis wird mittlerweile lockerer über Sex gesprochen, als über das, was einem der Arbeitgeber bezahlt. Nur: Warum ist das so? Die Süddeutsche Zeitung [1] ist diesem Phänomen nachgegangen.

Karsten Müller findet es verständlich, dass das Thema so stark tabuisiert ist. Der Professor für Wirtschaftspsychologie erklärt, dass wir beim Gespräch über das Gehalt zwei Nachteile befürchten: Dass sich nämlich herausstellt, dass man selbst viel mehr oder gar viel weniger verdient. Beides kann unangenehm sein. In dem einen Fall zieht man möglicherweise Neid auf sich, im anderen steht man als Dummer da. Beides ist doof! Neid unter Kollegen sollte man auf keinen Fall unterschätzen!

Das Thema entspannt sich jedoch ganz langsam, und zwar von oben herab. Müller verweist darauf, dass gesellschaftlich immer transparenter mit dem eigenen Gehalt umgegangen wird. Im Internet könne man bereits die Gehälter von Top-Managern abfragen. Und auch soziale Netzwerke wie Facebook würden langfristig zu einem offeneren Umgang mit heutzutage noch als sensibel geltenden Informationen führen. Na, das wollen wir mal lieber abwarten!

Übrigens: Ganz offen im Kollegenkreis über sein Gehalt zu sprechen, kann grundsätzlich nicht mehr verboten werden! Oft befinden sich zwar entsprechende Klauseln in Arbeitsverträgen. Diese sind aber nach einem neueren Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern unwirksam (der Betriebsrat Blog berichtete [2]). Der Grund: Verbotsklauseln dieser Art stellen eine „unangemessene Benachteiligung wider Treu und Glauben“ des Arbeitnehmers nach § 307 BGB dar.

Peter