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Schlecht fürs Herz: Ungerechte Löhne

[1]„Das schlägt mir auf den Magen“, „das geht mir an die Nieren“, „das geht mir unter die Haut“. Wer kennt sie nicht, die Redewendungen, die zeigen, dass der Volksmund weiß, wie Organe sprechen. Da liegen auch mitunter schon mal Themen „schwer auf dem Herzen“. Zum Beispiel das Gefühl, dass die Arbeitsleistung, die ein Mitarbeiter tagtäglich bringt, nicht angemessen bezahlt wird, Laut einer aktuellen Studie des DIW Berlin [2] leiden diese Menschen häufiger unter Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Depressionen als zufriedene Arbeitnehmer.

„Menschen, die ihre Bezahlung als unfair empfinden, geraten schnell unter Stress“, sagt Armin Falk, Bonner Ökonom und Forschungsleiter in einer Pressemitteilung. Für sein Experiment teilte er 80 Studierende in 2-köpfige Teams aus Chef und Arbeiter auf. Die Arbeiter bekamen Blätter mit Nullen und Einsen. 25 Minuten lang mussten sie die Nullen zählen. Je mehr Zahlen die Arbeiter addierten, desto mehr Geld erwirtschaftete das Team. Danach teilten die Chefs den Gewinn nach eigenem Gutdünken auf. In der Regel bedachten sie die Arbeiter mit einem geringeren Gewinnanteil als diese erwartet hatten. Die erlebte Ungerechtigkeit versetzte die Arbeiter in Stress, den die Wissenschaftler anhand der Herzfrequenz messen konnten.

Fazit: Bei der nächsten Gehaltsverhandlung ruhig mal das Gespräch auf das Ergebnis dieser Studie bringen :).

Ines

 

Bildquelle: © villiers - iStockphoto.com