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Mobbing: Anspruch auf Krankentagegeld

[1]Mobbing – Eines der größten Probleme an deutschen Arbeitsplätzen. Das hat inzwischen auch die Gerichte erreicht. Der Bundesgerichthof hat daher in seinem Urteil vom 09.03.2011, Az. IV ZR 137/10 [2], entschieden, dass ein Versicherungsnehmer einer privaten Kranken- bzw. Krankentagegeldversicherung, Anspruch auf Zahlung von Krankentagegeld hat, wenn er aufgrund anhaltenden Mobbings arbeitsunfähig erkrankt ist.

Der Versicherer verweigerte dem Mobbingopfer zunächst diese Leistung, weil keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vorgelegen habe. Der Bundesgerichtshof entschied anders. Begründung: Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Krankentageversicherung knüpft an die konkrete berufliche Tätigkeit an. Wenn der Versicherungsnehmer also aus psychischen Gründen seine konkrete Arbeit nicht ausführen kann, ist er arbeitsunfähig im Sinne der Versicherungsbedingungen und hat dementsprechend Anspruch auf Versicherungsleistung. Eine Verweisung auf einen anderen Arbeitsplatz ist wegen der streng arbeitsplatzbezogenen  Beurteilung nicht möglich. Insoweit gilt bei Mobbing nicht anderes als bei anderen Krankheitsursachen.

Weitere wichtige Gerichtsentscheidungen – auch für gesetzlich Versicherte – zum Thema Mobbing finden Sie hier [3] in der Übersicht.

Ines H.

 

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