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Wer Gammelfleisch verkauft muss gehen

Ein Metzgermeister war seit 27 Jahren bei einer Supermarktkette an der Fleischtheke beschäftigt.

Um auch noch altes Fleisch verkaufen zu können, etikettierte er einfach ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum auf die abgelaufenen Fleischpackungen.

Als der Arbeitgeber dies bemerkte, kündigte er dem schwerbehinderten Metzgermeister sofort und zwar fristlos.

Dieser erhob Kündigungsschutzklage, hatte damit aber keinen Erfolg.

Obwohl der Metzgermeister schon sehr viele Jahre im gleichen Betrieb gearbeitet hat und auf Grund seiner Schwerbehinderung besonders schutzwürdig ist, ist die fristlose Kündigung nach dem Urteil des LAG Köln [1]dennoch rechtmäßig.

Laut dem LAG ist nämlich davon auszugehen, dass dem Metzger jegliches Verantwortungsgefühl für die Gesundheit der Kunden gefehlt hat. Zudem hat er sich durch die vorsätzliche Falschetikettierung der Fleischwaren nach dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) [2] strafbar gemacht.
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass der Metzgermeister durch den Gammelfleischverkauf seinen Arbeitgeber der Gefahr einer massiven Rufschädigung ausgesetzt hat.

Thomas