von Nicola am 27.07.2020, 10:41 Uhr , Kategorie: Betriebsrat, Interview
Betriebsratsarbeit Corona
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Welche Betriebsrats-Aufgaben beschäftigen Euch während der Corona-Krise besonders, wie geht Ihr mit Ängsten in der Belegschaft um, und welche Rolle spielt die Fortbildung? Dazu haben wir Kerstin Gebhardt, Ersatzmitglied des Betriebsrats von Avnet, befragt.  

Kerstin, wie hast Du als Betriebsrat die letzten Monate erlebt? Was war für Euch während des „Lockdowns“ besonders wichtig, und welche Aufgaben stehen in der nächsten Zeit in Eurem Fokus?

Als Ersatzmitglied war ich in den letzten Monaten viel im Einsatz, aber natürlich nicht immer bei den Sitzungen anwesend. Zu Anfang des Lockdowns haben uns vor allem die arbeitsrechtlichen Fragen rund um Corona beschäftigt: Was ist, wenn ich Kontakt mit einer infizierten Person hatte und in Quarantäne muss? Was mache ich, wenn ich wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten kann? Da unser Betrieb u. a. auch Computerteile für medizinische Geräte (wie z. B. Beatmungsgeräte) herstellt, war schnell klar, dass unsere Arbeit „systemrelevant“ ist – der Anspruch auf Kinderbetreuung war also gegeben.


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von Christine am 23.06.2020, 08:16 Uhr , Kategorie: Home-Office
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Zurück an den Arbeitsplatz – oder nicht? Viele Betriebsräte suchen fieberhaft nach Lösungen für die Zukunft. Ein neuer Trend könnten Hybrid-Arbeitsplätze sein: Der flexible Mix aus Home-Office und Anwesenheit im Büro sollte aber gut durchdacht und klar geregelt sein. Mit den Erfahrungen aus den letzten Wochen lässt sich einiges beim Arbeitgeber erreichen.


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von Nicola am 28.04.2020, 07:30 Uhr , Kategorie: Home-Office

Als Betriebsrat mobile Arbeit im Sinne der Belegschaft mitgestalten

Mobiles Arbeiten gestalten Betriebsrat
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Gestern noch im Büro, heute schon im Home-Office: So ging es Ende März Tausenden von Arbeitnehmern, die aufgrund der Corona-Pandemie ins häusliche Arbeitszimmer geschickt wurden. Viele von ihnen hatten zuvor ausschließlich im Betrieb gearbeitet. Wie kommen sie mit den neuen Gegebenheiten zurecht? Und wie können Sie als Betriebsrat helfen, die Situation für die Kollegen gut zu gestalten?


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Home-Office Mitbestimmung Betriebsrat
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Was bisher eher die Ausnahme war, ist in vielen Betrieben zurzeit die Regel: das Arbeiten von zuhause aus. Wo immer möglich, wurden Arbeitnehmer schnell mit einem Laptop ausgestattet und ins improvisierte Home-Office geschickt. Auch dieser Text entsteht nicht wie sonst im Büro, sondern am heimatlichen Schreibtisch.

Für Sie als Betriebsrat stellen sich da viele Fragen. Welche Mitbestimmungsrechte haben Sie bei mobiler Arbeit oder Telearbeit? Hat der Arbeitgeber das Recht, die Belegschaft während einer Pandemie ins Home-Office zu schicken – auch gegen ihren Willen? Und haben Arbeitnehmer umgekehrt einen Anspruch darauf, jetzt von zuhause zu arbeiten? Wie sieht es mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz im Home-Office aus? Und was gilt für den Datenschutz?


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Die globale Erwärmung hat unangenehme Auswirkungen – in vielerlei Hinsicht. Noch nie zuvor gab es hierzulande so heiße Tage. Das Büro wird zur Sauna, das schlaucht – doch was ist eigentlich mit den Arbeitnehmern, die bei diesen extremen Temperaturen im Freien arbeiten müssen? Hier ist das Leiden um einiges ärger. Und nicht nur das: Auch die Auswirkungen sind immens.


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von Christine am 13.02.2019, 15:54 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Familienfreundl. Betrieb, Gesetzesänderungen
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Haben wir bald alle einen Anspruch auf Homeoffice? Viele Betriebsräte kämpfen schon lange dafür, dass die Beschäftigten von zuhause aus arbeiten dürfen. Jetzt plant die SPD ein Gesetz zum Homeoffice. Aber es hagelt auch Kritik.


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junger Mann stürzt die Treppe hinunterVerunglückt ein Arbeitnehmer, der in einem Home-Office arbeitet, auf dem Weg zur Nahrungsaufnahme innerhalb der eigenen Wohnung, so ist dies kein Arbeitsunfall, für den die gesetzliche Unfallversicherung aufkommen müsste. Das hat kürzlich das Bundessozialgericht (Beschluss vom 05. Juni 2016, B 2 U 2/15 R)  entschieden.

Was war passiert? Eine Arbeitnehmerin war aufgrund einer Dienstvereinbarung mit ihrem Arbeitgeber in einem gesonderten Raum im Dachgeschoss ihrer Wohnung an einem Telearbeitsplatz tätig. Sie verließ den Arbeitsraum, um sich in der Küche, die einen Stock tiefer lag, Wasser zu holen. Dabei rutschte sie auf der in das Erdgeschoss führenden Treppe aus und verletzte sich. Da die Arbeitnehmerin der Ansicht war, dass es sich hier um einen Arbeitsunfall handelte, wand sie sich an die zuständige Unfallkasse. Diese verneinte das Vorliegen eines Arbeitsunfalls und die Sache landete vor Gericht.

Hier entschieden die Richter in der letzten Instanz wie folgt: Auch ihrer Ansicht nach lag kein Arbeitsunfall vor. Denn die Arbeitnehmerin befand sich zum Unfallzeitpunkt nicht auf einem „Betriebsweg“. Sie ist auf dem Weg von der Arbeitsstätte zur Küche und damit im sogenannten „persönlichen Lebensbereich“ ausgerutscht. Diesen Weg hat sie nicht zurückgelegt, um ihre versicherte Beschäftigung auszuüben, sondern um Wasser zum Trinken zu holen. Damit ist sie einer typischen eigenwirtschaftlichen, nicht versicherten Tätigkeit nachgegangen.

Anders als bei Betriebsstätten, hat die der privaten Wohnung innewohnenden Risiken der Versicherte selbst zu verantworten. Den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung ist es außerhalb der Betriebsstätten ihrer Mitglieder (der Arbeitgeber) kaum möglich, präventive, gefahrenreduzierende Maßnahmen zu ergreifen. Daher ist es sachgerecht, so die Richter, das vom häuslichen und damit persönlichen Lebensbereich ausgehende Unfallrisiko den Versicherten und nicht der gesetzlichen Unfallversicherung zuzurechnen.

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