Gastbeitrag von unserer ifb-Expertin für die SBV Gisela Scholz

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Viel Papier hat der „gelbe Schein“ in Deutschland verbraucht: über 75 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wurden allein im Jahr 2017 verschickt! Mit der Zettelwirtschaft soll jetzt Schluss sein: Ab 1.1.2021 wird das Papierformular durch eine elektronische Meldung abgelöst werden. Was müssen Sie als Betriebsrat / Schwerbehindertenvertretung dazu wissen?


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von Ines am 28.05.2019, 11:18 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz
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Seit Jahren diskutieren Fachleute, wie Burnout definiert wird und ob es überhaupt eine Krankheit ist. Bisher war es das jedenfalls nicht, und entsprechend auch nicht in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufgenommen, an der sich auch Ärzte bei ihrer Arbeit orientieren. Die Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Debatte nun beendet und Burnout als Krankheit anerkannt – dachten wir zunächst. Dies berichtete unter anderen SPIEGEL ONLINE. Ab 2022 sollte Burnout im neu beschlossenen Katalog (ICD 11) enthalten sein und dort als Syndrom aufgrund von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“ definiert werden.

Doch jetzt berichten die Medien, dass das so nicht ganz richtig sei: Die WHO hatte zwar zunächst im Falle von Burnout von einer Krankheit gesprochen, diese Angaben inzwischen aber präzisiert.


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Mann mit Schirmmütze schaut mit einem Fernglas aus dem Fenster neben ihm steht eine KameraDie Anzahl der Fehltage in den Unternehmen steigt und steigt – erkältungsbedingt im Winter noch mehr als im Sommer. In der Regel ist klar: Wer krank ist, ist krank. In der Regel! Denn schwarze Schafe gibt es leider überall: Sie melden sich krank, obwohl sie gesund sind. Was erstens bekannt ist und zweitens dazu führt, dass auch Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nicht immer glauben, dass sie wirklich krank sind. Erschreckend: Fast ein Drittel (32 %) der Führungskräfte überprüft die Beschäftigten sogar, um sicherzugehen, dass sie nicht simulieren. Das ist das Ergebnis eine Studie von CareerBuilder. Aber wie genau machen sie das?

Laut Pressemitteilung nutzen manche Arbeitgeber Standard-Vorgehensweisen. Sie verlangen eine Krankmeldung vom Arzt (65 %) oder rufen die Mitarbeiter an, um zu überprüfen ob sie wirklich krank sind (36 %). Doch es geht auch weniger orthodox. Weitere Methoden sind:
• am Wohnort des Erkrankten vorbeizufahren (27 %)
• einen anderen Mitarbeiter zu bitten, den kranken Kollegen anzurufen (13 %)
• den Partner oder ein Familienmitglied zu kontaktieren, um sich die Krankheit bestätigen zu lassen (9 %)

15% der Arbeitgeber geben zu, das soziale Netzwerk-Profil ihres Mitarbeiters zu überprüfen, um sicherzugehen, dass dieser die Krankheit nicht vortäuscht. Dies scheint eine erfolgreiche Taktik zu sein: 29 % der Arbeitnehmer, die sich unbegründet krank gemeldet haben, wurden über ihre Social Media Aktivitäten bloßgestellt. 5 % davon wurden gekündigt und weitere 19 % erhielten eine Abmahnung, so die Studie.

Und was ist mit beauftragten Detektiven, die die Mitarbeiter bespitzeln? Dass es das ebenfalls gibt, haben wir schon des Öfteren mitbekommen. Doch darf der Arbeitgeber das überhaupt? Mit dieser Frage hat sich bereits im letzten Jahr das Bundesarbeitsgericht beschäftigt (wir berichteten). Antwort: Ja, er darf – aber nur unter ganz bestimmten strengen Voraussetzungen. Nämlich dann, wenn ein auf Tatsachen beruhender, konkreter Verdacht einer schweren Pflichtverletzung vorliegt.

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Arzt spricht mit PatientBisher war es recht einfach. Man fühlte sich krank, also ging man zum Arzt. Dieser diagnostizierte etwas und stellte die Arbeitsunfähigkeit fest. Man erhielt einen gelben Schein, den schickte man an den Arbeitgeber. Dann ging man ins Bett und irgendwann war man hoffentlich wieder gesund.

Bald könnte das alles anders ablaufen. Denn in Zukunft wird sich der Arzt einen Patienten, wenn er denn Arbeitnehmer ist, viel genauer anschauen als bisher. Schließlich könnte er entscheiden, dass der Patient tatsächlich gar nicht krank, sondern nur etwas teil-krank ist. Zum Beispiel nur zu 50%. Die Folgen: Die Arbeitsbefreiung liefe dann auch nur über 50%. Und ein mögliches Krankengeld würde sich ebenfalls entsprechend reduzieren.

Die Vorschläge eines Sachverständigenrats im Auftrag der Bundesregierung verblüffen. Sein Vorsitzender Ferdinand Gerlach erklärte, dass die Änderungen „das System flexibler und alltagstauglicher machen würden„. Dazu sein Beispiel aus der Praxis: Der Dachdecker mit gebrochenem Fuß könnte
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Die Teilnahme an der TV-Sendung Germanys Next Topmodel GNTM hat für viele junge Frauen nach wie vor maximalste Prio. Scharen von „Mädchen“, wie die Nachwuchsmodells von Mama Klum genannt werden, lassen dafür alles liegen und stehen. Ungünstig, wenn man einen Job hat und die Modell-Vorauswahl (vulgo: Casting) während der Arbeitszeit stattfindet. Noch ungünstiger, sich krank schreiben zu lassen, um mit AU-Bescheinigung in der Tasche daran teilzunehmen. Und völlig in die Hose geht letztlich alles, wenn man beim High Heels-Gestackse richtig fett im Fernsehen gezeigt wird.

Wie BILD schreibt (Verlinkung nicht möglich, da Artikel kostenpflichtig), entdeckte ein Arbeitgeber die bei ihm beschäftigte 20jährige Melanie in den TV-Trailern zur neuen GNTM-Staffel. „Moment, die kenn ich doch„, wird er sich gedacht haben, gefolgt von „war die nicht neulich krank„?

Nun, die Aufnahmezeiten des Castings waren schnell rekonstruiert, ebenso wie die Feststellung, dass die sehr attraktive Arbeitnehmerin offenbar genau zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben war. Die Folge: Er kündigte das Arbeitsverhältnis, die Kündigungsschutzklage scheint derzeit vor dem Arbeitsgericht anhängig zu sein.

Model oder normalsterblich
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Chronisch kranken Arbeitnehmern kommt nun mehr Schutz im Arbeitsrecht zu. Das geht aus einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hervor (Urteil vom 11.4.2013, C-335/11 und C-337/11), das auch ein Fingerzeig für den deutschen Gesetzgeber ist. Die Richter befanden, dass eine heilbare oder unheilbare Krankheit, die physische, geistige oder psychische Einschränkungen von langer Dauer mit sich bringe, einer Behinderung gleichgestellt werden könnte. Daraus ergibt sich unter anderem auch für chronisch Kranke ein spezieller Kündigungsschutz, da nach EU-Recht kein Arbeitnehmer wegen einer Behinderung benachteiligt werden darf.

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Letzte Woche berichteten wir über das Phänomen „Präsentismus“ und dem Ergebnis einer Studie, dass jeder Zweite krank in die Arbeit geht. Gründe sind Leistungs-, Termin- und Zeitdruck, Pflichtgefühl und Angst vor Jobverlust. Mindestens ebenso überraschend ist in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer weiteren Forschungsarbeit, über die unter anderen Spiegel Online berichtet. Das Unternehmen Lab & Company befragte gemeinsam mit der Coburger Hochschule 381 Führungskräfte, wie sie auf kranke Mitarbeiter reagieren. Das Ergebnis: Jeder dritte Vorgesetzte erwartet sogar, dass die Mitarbeiter sich krank in die Arbeit schleppen und würde seine Leute auch bei einer ernsten Erkrankung nicht nach Hause schicken. Ein Viertel der befragten Führungskräfte würde versuchen, eine Heimarbeitsmöglichkeit für die Erkrankten zu organisieren.

Ziemlich skandalös, oder? Aber vielleicht auch nur auf den ersten Blick. Etwas weniger haarsträubend wirkt das Ergebnis gemäß Spiegel Online nämlich bei einem genaueren Blick auf die Fragestellung. Denn bei der Befragung ging es wohl um „sehr dringende Projekte“ und „wichtige Mitarbeiter“. Schade. Die „Normalos“ wären auch interessant gewesen.

Und wen wundert Folgendes?? Laut Pressebericht leben die Chefs diese Einstellung in der Regel vor. Lediglich 9,4 % von ihnen gaben an, zuhause zu bleiben und sich auszukurieren, wenn sie sich eine mittelschwere Erkältung eingefangen hätten. Über die Hälfte würde trotzdem zur Arbeit gehen, 28,9 % von zuhause arbeiten.

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Es kommt nicht oft vor, aber manchmal schäme ich mich für meinen eigenen Berufsstand. Ausgerechnet eine Anwaltskanzlei kam auf die glorreiche Idee, eine neue Mitarbeiterin vertraglich zu verpflichten, im Krankheitsfall ausschließlich zu einem bestimmten Arzt zu gehen. Wie wenn das nicht genug wäre, sollte die Rechtsanwaltsgehilfin den Arzt natürlich auch gleich noch von der Schweigepflicht entbinden. Ansonsten würde der Lohn während der Krankschreibung nicht weitergezahlt.

Einen Arzt nicht des eigenen Vertrauens, dazu noch die generelle Einsicht in die Krankenakte: Das ging auch den Frankfurter Richtern deutlich zu weit!
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von Susanne am 25.10.2011, 11:08 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Der Herbst ist da, und damit auch die Erkältungszeit. Die Grippewelle rollt und allerorts geht das Gehuste und Geschniefe los. Was für die einen meist nur ein lästiges Mitbringsel der kalten Jahreszeit ist, stellt berufstätige Eltern gleich vor mehrere Probleme. Was es an Krankheiten zu holen gibt, schnappen die lieben Kleinen in Kita & Co nämlich nur allzu gerne auf. Statistisch gesehen brüten Kinder durchschnittlich zehn Infekte pro Jahr aus. Was also tun, wenn von heute auf morgen das Kleine krank ist? Wer bleibt daheim? Wie lange darf man in der Arbeit fehlen? Wer zahlt in dieser Zeit den Lohn?

Die weit verbreitete Ansicht, Mütter oder Väter könnten in jedem Fall zehn Tage pro Jahr zu Hause bleiben, trifft leider nicht immer zu. Einheitliche Regelungen über zulässige Fehlzeiten für Beschäftigte mit Kind gibt es in Deutschland nicht. Je nach Einzelfall können die Ansprüche erheblich variieren. Dennoch können Eltern oftmals auf auf zwei Gesetze bauen:
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Der Schuldnerberater Peter Zwegat macht mit seiner TV-Show „Raus aus den Schulden“ darauf aufmerksam, dass sich viele Menschen in der Schuldenfalle befinden. Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland wird derzeit auf 3,15 Millionen geschätzt. Als überschuldet gilt demnach, wer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ohne seine Grundversorgung zu gefährden. Zahlungsverzug, Kredit- und Kontokündigungen sind hierfür deutliche Anzeichen.

Doch was treibt die Menschen in die Schuldenfalle? Der „Überschuldungsreport 2011“ des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) hat ergeben, dass Ursache Nummer eins
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