von Renate am 20.11.2018, 09:36 Uhr , Kategorie: Gleichberechtigung

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Vor kurzem haben wir hier bereits über die Geburtsstunde der Interessenvertretungen vor 100 Jahren geschrieben. Vor 100 Jahren, in den Unruhen der November-Revolution, begann aber noch eine Ära: Die damalige Revolutionsregierung verkündete am 12. November 1918 das Frauenwahlrecht. Wir können es uns heute kaum vorstellen, aber dieses Frauenwahlrecht war damals eine Sensation. Jahrelang hatten Frauen dafür gekämpft. Nun hatten sie bei Wahlen eine Stimme und konnten gewählt werden. Bei der ersten landesweiten Wahl, im Januar 1919, machten die Frauen von ihrem nagelneuen Recht mit einer Wahlbeteiligung von über 80 % reichlich Gebrauch und auch gleich mal deutlich, dass sie sehr wohl vorhatten, sich einzumischen.

Leider ist heute fast vergessen, dass viele Frauen damals enormen Mut, jahrelange Hartnäckigkeit und schier übermenschliche Standfestigkeit aufbringen mussten, um ihr Ziel gegen festgefahrene Wertvorstellungen und weit verbreitete gesellschaftliche Ängste zu verteidigen. Das Frauenwahlrecht sollte uns deshalb daran erinnern, dass unsere heutigen Standards nicht selbstverständlich sind, sondern oft hart erkämpft wurden. Fakt ist aber auch: Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Noch immer werden Frauen deutlich schlechter bezahlt als Männer, noch immer sind sie viel weniger in Führungspositionen vertreten, und noch immer kümmern sie sich viel zu oft alleine um Haushalt, Kinder und die Pflege von Angehörigen – ohne Bezahlung, ohne Anerkennung und häufig zusätzlich zu ihrem Job.

Aber es gibt noch einen Punkt, den wir uns heute bewusst machen können: Auch 100 Jahre später – wir sind inzwischen zum Mond geflogen und das Internet ist selbst aus Kinderhänden nicht mehr wegzudenken – ist es noch immer schwer, neues Denken durchzusetzen. Nicht nur die echte Gleichberechtigung der Geschlechter ist noch weit entfernt, sondern die soziale Gerechtigkeit insgesamt scheint bisweilen mehr Rück- als Fortschritte zu machen. Auch heute noch ist Durchhaltevermögen nötig, um für eine gerechtere Welt einzustehen und noch immer ist es anstrengend und unbequem. Aber, und das können wir von den standhaften Frauen von damals lernen: Es lohnt sich.

In vielen deutschen Betrieben werden gerade Neuwahlen zu den Schwerbehindertenvertretungen sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen durchgeführt. Der für beide Organe gesetzlich vorgegebene Wahlzeitraum läuft vom 01. Oktober bis zum 30. November 2010. Vor allem für neugewählte Mitglieder heisst es danach: Seminare besuchen und neues Wissen aneignen. Denn eine gescheite Mitarbeitervertretung läuft nicht aus dem Stand.

Für Schwerbehindertenvertreter hat das ifb ein umfassendes Seminarangebot auf die Beine gestelllt: Nicht weniger als 22 Themen befinden sich für 2011 im Angebot. Vom neuen SBV-Mitglied bis zum langjährigen Profi ist an alle gedacht. Das ist unsere Empfehlung für Einsteiger:
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Seit Jahren sinkt in Deutschland die Wahlbeteiligung. Bei der letzten Bundestagswahl im vergangenen September machten gerade mal 70,8 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen. Vor 33 Jahren waren es über 90 Prozent.

Bei Landtagswahlen ist das Interesse der Deutschen noch geringer: so gingen in Hessen im Januar 2009 gerade einmal 61 Prozent an die Urnen. Leicht gestiegen ist die Wahlbeteiligung dieses Jahr allerdings in den Bundesländern, in denen die Landtagswahl zusammen mit der Bundestagswahl stattfand (so z.B. in Brandenburg: 67 Prozent)

Unterboten wird dies allerdings noch durch die sehr schwache Wahlbeteiligung bei der Europawahl (2009: 43,3 Prozent) oder bei Kommunalwahlen. Für die Wahlbürger sind diese Voten wohl weniger wichtig.

Anders sieht es jedoch bei Betriebsratswahlen aus! Diese nehmen die Beschäftigten sehr ernst. Denn: Entgegen dem Trend zur Wahlmüdigkeit ist die Beteiligung an der BR-Wahl in den letzten Jahren stetig gestiegen: Lag
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